«Diesen Weg kenne ich gar nicht!»  

«Routenplaner»: Tram-Endstation Seebach – Katzenbachstrasse – Schönauring – Köschenrüti – Chäshalde – Altwi – Chätsch-Strasse – Katzenrütistrasse – Bärenbohlstrasse 47. Ein Dutzend Fitnesslerinnen und Fitnessler trifft sich auf und vor dem Bänkli beim vereinbarten Treffpunkt in Seebach. Vieles habe sich verändert, seit sie zum letztenmal durch das Quartier gebummelt seien, heisst es da und dort. Tatsächlich – anstelle der Reihen-Einfamilienhäuser mit ihren Vorgärten stehen hier nun moderne Bauten mit grossen Fenstern und eher sterilen sogenannten Spielplätzen. Auch das einst so schmucke Bauernhaus der Familie Minder auf der Köschenrüti musste einem modernen Neubau weichen. So ändern sich in kurzer Zeit die Zeiten (besser gesagt die Menschen).

Eine Schafherde wurde entdeckt Nachdem die Autobahn überquert ist, befinden sich die Ausflügler nun auf dem Land. «Chäshalde» nennt man die Gegend hier. Ob in den Bauernhöfen hier noch Käse fabri-ziert wird? «Wohl kaum», meint einer der Wanderer und fügt gleich bei: «Diesen Weg kenne ich gar nicht». Er kenne eigentlich Zürich und die Umgebung recht gut, doch in dieser interessanten Gegend sei er noch nie gewesen. Wie lautet doch das Sprichwort?: «Warum denn in die „Ferne“ schweifen, wenn das Gute liegt so nah?»

Die Walking-Gruppe Oberhalb Altwi (nicht Altwil) sticht ein grosser Obstgarten in voller Blüte ins Auge. Davor ein «Mehrfamilienhaus» für Insekten, das heisst ein kleines Häuschen vollgestopft mit einem Dutzend verschiedenen Backsteinen, in deren grösseren oder kleineren Hohlräumen sich die Insekten zurückziehen können. «Achtung – nicht zu nahe treten!» Doch keine Angst – Bienen hausen in anderen Unterkünften. Weitere Fragen werden gestellt: Warum die Gegend Katzenrüti heisse oder warum man dem Weg den Namen Bärenbohlstrasse gegeben habe. Vielleicht hatten die Bauern hier seinerzeit viele Katzen, oder dass sich früher dort Bären bewegt haben. Heute würde man den Weg wahrscheinlich M13-Strasse nennen. Noch gibt es rasch ein Gruppenbild mit einem eindrucksvollen Sonnenuntergang im Hintergrund bevor es dämmert.

Noch eine Entdeckung Die Gruppe erreicht das «Büsi» an der Bärenbohlstrasse 47, wo sich einige verabschieden. Die meisten trinken jedoch nach dem sportlichen und kameradschaftlichen Ausflug noch ein Bier-Mischgetränk (im Volksmund Panache genannt) mit nur einem Prozent Alkohol oder genehmigen ein Käfeli. Bruno stösst noch zur Gesellschaft, um mitzuhelfen, dass Irene die Packung mit den Pralinen nicht wieder mit nach Hause nehmen muss …
Ernst ist wie immer gut gelaunt und übernimmt die gesamte Zeche, weil er in zwei Tagen seinen 85. Geburtstag feiert. Herzlichen Dank, lieber Ernst, und ein «happy birthday». Ein Dankeschön verdient auch Isabelle, welche die interessante Route ausgesucht und die Gruppe angeführt hat.

Text und Fotos: Willi