Blumen am Weg und guten Appetit  

Auch an der diesjährigen Affoltemer Volkswanderung stellte der LA Zürich-Nord die grösste Gruppe und «servierte» als Preis traditionsgemäss die grosse Speckseite ab. Diese wurde im Restaurant Büsi gemeinsam verzehrt, aber nicht ohne vorher eine sportliche Leistung vollbracht zu haben. So will es das «Reglement».

In der Sporthalle findet ein Volleyballturnier statt, und wir müssen unsere Turnstunde in der Halle ausfallen lassen. Logisch, dass wir uns nicht einfach vor den Fernseher setzen, um körperlich einen gemütlichen (körperlich passiven) Abend zu verbringen. Gut ausgerüstet, mit Wanderschuhen an den Füssen und Smartphons mit eingebautem Fotoapparat in der Tasche, durchqueren wir mit offenen Ohren und Augen den Hürstwald. Auf der Segertwiese, der Waldlichtung mit Grillmöglichkeiten, übertönt laute Technomusik das Zwitschern der Vögel (komisch ). Und beim flüchtigen Hinschauen bemerkt man sogar, dass etliche der dort versammelten Jugendlichen (und auch Erwachsenen) mit einem Floh im Ohr herumstehen und flink an ihrem Smartphon herumhantieren. Ein alltäglicher Anblick im Tram oder auf der Strasse. Aber doch nicht im Wald!

Wir haben auch Handys dabei, tippen jedoch keine SMS und twittern nicht pausenlos. Etliche fotografieren die Schönheiten der Natur. Nach der eher nassen Vorwoche und den anschliessenden sonnigen Tagen ist alles so richtig aufgeblüht, der Frühling ist endgültig eingezogen. Blust an den Bäumen, Blumen am Wegrand, weidende Tiere auf dem Feld liefern fotografische Motive am Laufmeter. über Flur und durch den Wald erreichen wir das Schwandenholz und den Katzenbach. Rechterhand muten plötzlich die bewachten Felder der landwirtschaftlichen Versuchsanstalt fast etwas unheimlich an. Auch wenn sich die Geister wegen den Gentech-Versuchen scheiden, die Arbeit der Forscher sollte man nicht hinterhältig behindern.

Im Büsi, wo sich einige unserer Volkswanderer bereits eingerichtet haben, ist Gentech kein Thema mehr. Im Eingangsbereich zum Restaurant laden schöne Blumenrabatten nochmals zum knipsen ein, und bald werden in der Gaststube die Salatteller serviert und die Platten mit dem geschnittenen Speck aufgetischt. Und ein edler Tropfen dazu, mit oder ohne Prozent. An Diskussionsstoff fehlt es wie immer bei uns natürlich nicht, so dass die Zeit in der gemütlichen Runde viel zu rasch vergeht. Für jene, die am Samstag arbeiten müssen, noch etwas schneller. Aber wie dem auch sei, nächstes Jahr wird wieder marschiert, fotografiert, geplaudert, gegessen und den Durst gelöscht.

Text: Willi