Der Sihl entlang  

Kurze Rast und kleine Verpflegung im «Sihlmätteli» Dieses Jahr haben wir Glück mit dem Wetter. Auch die zweite Wanderung in den «trainingsfreien» Sommerferien kann durchgeführt werden. Ein Dutzend Wandervögel trifft sich beim Bahnhof Oerlikon. Mit der S2 geht es nach Horgen und von dort aus per Postauto nach Hirzel. Rasch gilt es, die Schuhe gut zu binden und die Wanderkarte zu studieren. Kleine Wanderer in der mächtigen Natur Im Handumdrehn ist die Richtung bestimmt und die mächtige Natur lässt die Wanderer bald klein erscheinen. Schliesslich verschwinden sie im bewaldeten Tobel, passieren den Sihlsprung und gelangen zur Sihl, die sich brausend zu Tale wälzt. Kameras werden gezückt und Naturschönheiten auf die Speicherkarten gebannt.

«Reiseleiterin» Isabelle – aufgestellt mit einem Blick für alles Eigentlich hätte die muntere Schar rechts abbiegen sollen, doch weist ein Schild zum Restaurant Sihlmatt hin, und beim einen oder andern weckt das den Gluscht nach einem Kaffee oder einem kühlenden Drink. Gesagt, getan – im «Sihlmätteli» wie man das Restaurant lieblich nennt, gibt es Gipfeli, Kaffee und sogar Bier für die ganz Durstigen. Allzu lange wird nicht gerastet, denn noch gilt es, einige Kilometer bis zur Mittagspause in Sihlbrugg zurückzulegen. Am malerischen Fluss entlang und zum Teil sogar in finsteren Tunneln, wo einige Unvorsichtige nasse Füsse bekommen. Taschenlampen hat ja niemand dabei.

Da staunt der Laie (lies José) In Sihlbrugg sind die Füsse längst wieder trocken, und da und dort hört man in den Magen ein Knurren. Drei Gaststätten werden geprüft, bevor im Schatten auf der Terrasse des Restaurants Platz genommen wird. Es ist die richtige Wahl getroffen worden, denn feine Mahlzeiten zu fairen Preisen werden angeboten. Ein Glas Wein liegt sogar da und dort drin, denn der anspruchvollste Teil der Wanderung ist ja bereits absolviert… Kurze Lagebesprechung in Hirzel und los geht es … Glauben wenigstens die Einen, werden dann aber bald eines Besseren belehrt. Der Weg zur Station Sihlbrugg führt nämlich keineswegs im Talboden dem Fluss entlang, sondern im Wald ständig auf und ab, oft sogar übers freie Feld, den Sonnenstrahlen ausgesetzt. Aber die LA-Wanderer sind ja hartgesotten und schaffen auch die letzten fünf Kilometer in einigermassen flottem Tempo. Dann warten sie auf dem Bänkli eine halbe Stunde auf das Zügli und erzählen sich lustige Geschichten. Der Rest ist schnell erzählt – die Heimfahrt erfolgt ausschliesslich auf Rädern, in der Eisenbahn, im Tram oder im Bus. Ein Lob verdient einmal mehr Isabelle, die Reiseleiterin mit viel Fantasie.

Text und Fotos: Willi