LAZN-Schneeschuhtour 2012  

Ich erwarte nicht, dass der folgende Kurzbericht ganz ernst genommen wird!

Herrliches Wetter begleitete eine grosse Gruppe des Sportclubs LA Zürich-Nord auf der Schneeschuhtour im Toggenburg. Wer sich nicht mit Crème-50 schützte, riskierte unweigerlich einen Sonnenbrand. Der wolkenlose Himmel lockte nicht nur die LA-Gruppe ins Freie, sondern auch eine nette Anzahl von anderen Wanderfreudigen. Im Berghaus auf Gamplüt-Wildhaus herrschte Hochbetrieb. Picknick im Freien war angesagt. Die Liegestühle zum Sonnenbaden waren in kurzer Zeit restlos ausgebucht.

Unsere Tour führte von Wildhaus über Gamplüt hinauf auf Fros, von wo aus wir die herrliche Aussicht nördlich auf die Churfirsten und östlich hinunter ins Rheintal geniessen konnten. Die Windjacken und Pullis waren längst im Rucksack versorgt und blieben dort, bis wir gegen Abend in Wildhaus wieder das Postauto bestiegen, das uns zu der nächsten SBB-Bahnstation führte. Ende des Wunschtraums!

Nur die Sonne fehlte

Die LA-Schneeschuhgruppe Was wirklich geschah:
Das verantwortliche OK hat beschlossen, die Schneeschuhtour durchzuführen, obwohl der Wetterfrosch nicht einen wolkenlosen Himmel prognostizierte. Aber etwas Neuschnee war angesagt, was auf der Sonnenseite des Toggenburgs nicht schaden konnte.

Sogar das Unterland zeigt sich am frühen Morgen in Weiss. Das eher unfreundliche Wetter mit leichtem Nieselregen mag die einen davon abgehalten haben, an der Tour mitzumachen. Immerhin trifft sich das Quartett mit Elisabeth Seelaus, Sonia Born, Reto Vogelbacher und Willi Glogger zur vereinbarten Zeit am Gleis 2 in Oerlikon. Ihre Fahrkarten haben die Optimisten bereits am Vortag gelöst.

Nach zweimaligem SBB-Umsteigen nehmen die Vier in Nesslau im doppelstöckigen Postauto Platz und lassen sich in die Höhe chauffieren. Bald türmen sich links und recht kleine Schneemauern auf, die immer höher werden. Es zeichnet sich ab ideal zum Schneeschuhwandern

Immer den Wegweisern nach Nach dem Ovo-Halt im Restaurant Alpstein in Wildhaus müssen noch etwa 300 Meter zu Fuss auf der Strasse zurückgelegt werden. Dann heisst es, die Schneeschuhe anschnallen und ab geht die Post. Elisabeth, die gut trainiert ist und den Weg kennt, zieht durch den Tiefschnee die Spur, wählt gleich die steile Route, was alle ordentlich ins Schwitzen bringt. Aber tapfer folgt ihr das Trio, wohl wissend, dass es bald wieder flacher bergauf geht.

Beim roten Bänkli, von welchem gerade noch die Lehne aus dem Schnee ragt, wird beraten, wie es weitergehen soll. «Wenn wir so flott vorankommen wie bis anhin, sind wir in etwa 20 Minuten beim Berghaus Gamplüt und können dort entscheiden, ob wir die Zusatzschlaufe nach Fros noch absolvieren», betont die Tourleiterin. Alle sind einverstanden und hoffen, dass die Sonne weiter oben doch noch hervorgucken werde. Ab und zu brennt sie nämlich ein Loch durch die Wolken. Auf jeden Fall wird vorbeugend Sonnencrème eingerieben und die Lippen mit dem Fettstift abgedeckt.

Das Gipfelkreuz ist geschafft Der Entschluss beim Tee im Berghaus ist rasch gefasst und los geht es auf die Zusatzschlaufe. Der Schnee ist hier pulvrig und liegt metertief. Sonderbar muten die verschiedenen Interpunktionen der Wildspuren im Schnee an. Denen gegenüber verläuft die Spur des Quartetts schnurgerade oder dem Gelände angepasst geplant konservativ. Zwischendurch wird ein sogenanntes «Lungeputzerli» eingeschaltet, oder wenn es einmal etwas abwärts geht ist ein Spurt durch den Tiefschnee angesagt. Das hat zur Folge, dass Reto plötzlich nur noch einen Schneeschuh an den Füssen hat. Aber das Malheur ist natürlich schnell behoben. Rasch werden der vielfältige Wegweiser, der noch knapp zum Schnee hinausragt, sowie das Gipfelkreuz fotografiert, bevor der Abstieg unter die Schneeschuhe genommen wird.

Es wird hell und heller, die Sonne versucht sich zu behaupten, doch sind die Wolken heute einfach stärker. Aber es hat genug Licht, um vor dem Berghaus, das beim Abstieg nochmals passiert wird, ein Gruppenföteli zu knipsen. «Bitte recht freundlich», ermahnt die charmante Frau, die als Fotografin angeheuert wird. Abwärts in der Spur geht es einfacher als aufwärts durch den tiefen Schnee. Schneller als die LA-Gruppe rasen nur die zahlreichen Schlittler ins Tal.

Unsere SchneeschuhwandererDas Timing stimmt, denn nach kurzer Wartezeit vor der Post in Wildhaus kommt auch schon das Postauto, das sogar bis nach Wattwil fährt. Also einmal weniger umsteigen! Aber denkste in Uznach muss der Zug nochmals gewechselt werden, dann aber nur noch in Rapperswil und in Oerlikon. Umsteigen gibt auch Kondition und hält wach, ist man sich einig. Ebenso, dass die Schneeschuhtour trotz mangelndem Sonnenschein als sportlich-kameradschaftliches Erlebnis in bester Erinnerung bleiben wird.

Text und Fotos: Willy