Einmal ein richtiges Bergwerk bestaunen

Die Idee, als Vereinsanlass mit den beiden Aktivgruppen (Fitleten und Fitness) das Bergwerk in Buchs von innen anzuschauen, stiess auf grosses Interesse. Dankeschön Brigitte und Sämi! Foto 1 der LAZN-Gruppe

«Das Bergwerk ist mit dem Auto gut erreichbar, Parkplätze sind genügend vorhanden», so steht es auf der Einladung. «Aber warum die Führung, verbunden mit einem feinen Essen, an einem Freitag durchführen, wo wir doch Training haben?», fragten sich die Fitnesslerinnen und Fitnessler. Die Frage ist bald beantwortet: «Dann gehen wir eben zu Fuss und nicht mit dem Auto und kompensieren mit einer Berg(werk)tour den Ausfall des Trainings». Foto 2 der LAZN-Gruppe

Die meisten Fitnessler(innen) begrüssen sich auf dem Bahnhof Affoltern. Einige sitzen schon irgendwo in einem Abteil der S-6-Bahn, andere steigen in Regensdorf dazu. Schliesslich sind es 17 Leute, die den halbstündigen «Aufstieg» vom Bahnhof Buchs zum Bergwerk in Angriff nehmen und die Aussicht ins Furttal mit seinen tausend Lichtern geniessen. Da und dort sind schon Weihnachtsbeleuchtungen angebracht.

Die Gaststube im Restaurant ist für den LA Zürich-Nord reserviert. Die Wanderer nehmen Platz, und tropfen- oder gruppenweise treffen auch die Fitleten ein. Brigitte heisst schliesslich die Gesellschaft willkommen, welche die 35 Plätze fast füllen. So viele Aktive des LA Zürich-Nord sind in jüngster Zeit noch nie zusammen gewesen. Ein Zeichen, dass sich solche Anlässe eignen, die Kameradschaft auch ausserhalb der Turnhallen zu pflegen.

Foto 3 der LAZN-GruppeQuiche-Lorraine, Käsewähen, Fruchtwähen, Siedfleisch- und Grüner Salat - allen wird das serviert, was bestellt worden ist. Dazu da und dort einen edlen Tropfen Buchser, ein «Herrgöttli», ein Spezli und jede Menge Mineralwasser. Kassierin Trudi zieht vom budgetierten Betrag die Summe ab, die sie für die Führung hinblättern muss und verteilt den Rest an die Mitglieder.

Mit Gaslampen ausgerüstet macht sich die erste Gruppe auf den Weg durch die Stollen. Nach einer halben Stunde kehren die «Höhlenforscher» zurück und kommen gleich ins Schwärmen. «Das muesch eifach gseh haa! Nün Grad isch’s im Stole». Und schon ist die zweite Ablösung bereit und lässt sich von Vera durch die Katakomben führen. Ohne Führung würde man sich im dunklen Labyrinth unweigerlich verlaufen. Aufmerksam verfolgt die Gesellschaft die Erläuterungen der Führerin. Das Quarzsand-Bergwerk in Buchs war um die Jahrhundertwende in Betrieb und hat für die ehemalige Glashütte in Bülach den Rohstoff für das weit herum bekannte grüne Bülachglas geliefert. Die fachkundige Führerin erklärt auch, wie die Bergleute ausgerüstet waren, was sie verdienten und wie sie gearbeitet haben. Die Arbeiter nutzten die freien Minuten, um einmalige und bis heute sehr gut erhaltene Kunstwerke in den Quarzsand zu meisseln. Kaum zu glauben, wie diese zum grössten Teil noch gut erhalten sind. Einige wenige wurden (leider) von Vandalen zerstört. Mit Gaslampe vor dem Bergwerk

Beim Tunnel, der «nur» 1,90 Meter hoch ist, muss sich einzig Reto etwas klein machen, um den Kopf nicht am Sandstein anzuschlagen. Den wei-chen Sandstein könnte man heute noch abbauen, doch stellt man heute Glas aus andern Rohstoffen her, und ein Abbau würde sich nicht mehr lohnen. Um die Jahrhundertwende - so wird erklärt - haben die Arbeiter, die wegen dem Staub hochgeschlossene Kleidung tragen mussten (und Stiefel wegen dem nassen Boden), täglich einen Güterwagen voll Sand abgebaut und dafür 6 Franken erhalten. Der Patron des Unternehmens hat für den Sand im Wagen 25 Franken erhalten. Die Arbeiter im Bergwerk gehörten zu den Privilegierten, da sie bis zur Einstellung des Betriebes eine sichere Stelle hatten. Sie seien allgemein zufrieden gewesen.

Der dritten Gruppe wird selbstverständlich auf der Führung auch alles genau erklärt. Auch sie dürfen die Figuren nicht mit den Händen berühren. Fotografieren wird auch ihnen verboten. Warum ist jedoch nicht ganz nachzuvollziehen. Aber was soll’s? Ein schönes Erlebnis ist es ohnehin. Der fortgeschrittenen Zeit wegen machen sich die einen auf den Heimweg, zu Fuss oder mit dem Auto, während sich andere noch einen Schlummerbecher gönnen, um sich dann ebenfalls zu verabschieden.

Text und Bilder: Willi